Ortslage

Die geographische Lage

Eingebettet zwischen den Höhenzügen des Thüringer Waldes im Süden und den Ausläufern des Harzes im Norden liegt das Thüringer Becken

mit seiner fruchtbaren Ackerebene. Hier, am Mittelauf der Unstrut, an einer Furt durch den Fluß wurde Straußfurt einst gegründet.

Die Umgegend von Straußfurt ist eine flachwellige bis hügelige Landschaft, ohne größere zusammenhängende natürtliche Waldanteile.

Die Gemeinde Straußfurt hat ihren tiefsten Punkt mit 144 m über NN an den Ufern der Unstrut. Als höchste Erhebung ist der Höhenzug

des Hölzchen und des Kirchberges mit 194 m über NN anzusehen.

 

Die Verkehrsanbindungen

Durch seine Lage ist Straußfurt schon immer ein Schnittpunkt wichtiger Handels.- umd Verkehrsadern gewesen.

Von Süden verliefen alten Handelswege von Nürnberg über Bamberg komment durch den Thüringer Wald nach Erfurt und

weiter über Straußfurt in Richtung Harz bis zur Hansestadt Hamburg. Dieser Wegeverlauf entspricht teilweise dem Verlauf

der heutigen Bundesstraße 4. Eine weitere wichtige Handelsstraße verlief aus Richtung Köln über Kassel in Richtung Straußfurt

und von hier weiter über Freyburg und Nauenburg in Richtung Leipzig. Auch hier entspricht der Verlauf der alten Handelswege

streckenweise unserem heutigen Straßennetz, hier die Bundesstraße 176.

Diese zwei Hauptverkehrsrichtungen finden wir im Streckennetz der Eisenbahn wieder. Es handelt sich dabei um die Strecken

von Erfurt nach Nordhausen und die Strecke der Pfefferminzbahn von Straußfurt nach Großheringen und von dort weiter in

Richtung Halle/Leipzig.

Durch die günstige Lage von Straußfurt ergeben kurze Entfernungen nach:

  • Erfurt, die Landeshauptstadt von Thüringen mit 25 Km und dem Flughafen Erfurt mit 28 Km
  • Sondershausen 20 km
  • Sömmerda  und Bad Tennstedt 10 km
  • zur Anschlußstelle der BAB A71 in Sömmerda 15 km
  • Geschäftsflugplatz Dermsdorf bei Kölleda mit 20 km.

 

Die Besiedlung der Gegend um Straußfurt

Das gebiet des Thüringer Beckens ist auf Grund seiner geschützten Lage ein uraltes Siedlungsgebiet.

In der Altsteinzeit (60 000 bis 8 000 v. u. Z.) durchwanderten die Urmenschen diese fruchbare Ebene. Funde von Skelettresten und

Steinwerkzeugen aus der Altsteinzeit belegen diese Annahme. Die ersten Besiedlungen begannen mit dem Aufkommen von Ackerbau und

Viehzucht in der Jungsteinzeit, zwischen 5 000 /4 000 bis 1 800 v. u. Zeitrechnung. Der fruchbare Boden des Thüringer Beckens mit seinem

milden Klima entwickelte sich zu einem bevorzugten Altsiedlungsraum. Germanische Stämme besiedelten um die Zeitwende den

Thüringer Raum.  Durch Zusammenschluß von Hermunduren, Angeln und Waren um das 3.Jahrhundert bildete sich vermutlich der

Stammesverband der Thüringer.

Erstmals wurde der Name „Thoringi“ in der „Mulomedizina des Flavius Vedetius Renatus“ gegen Ende des 4. Jh.schriftlich erwähnt.

Im 5. Jh. erstreckte sich das Thüringer Königreich von der Elbe bis zur Werra und von der Magdeburger Börde bis an den Main.

Die wichtige Rolle des Thüringer Beckens und der Umgegend von Straußfurt in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung

Thüringens und darüber hinaus belegen zahlreiche Funde in Ortsnähe oder im näheren Umfeld.

Hier einige Beispiele:

  • Altsteinzeitfunde von Skelettresten und Steinwerkzeugen in Bilzingsleben zeugen vom Leben vor ca. 400 000 Jahren
  • der Grabhügel des Leubinger Häuptlingsgrabes aus der Bronzezeit
  • Gräber aus der jüngeren Steinzeit mit Grabbeigaben aus der Schnurkeramikzeit, etwa 244 v.u. Z. auf den Straußfurter Galgenhügel
  • ein Grab mit Skelettresten und Scherben einer 19 cm hohen Amphore aus derr Zeit der Schnurkeramik
  • bronzezeitliche Mehrfachbestattung aus dem Aunjetitzer Kultuerkreis (1600 – 1400 v. u. Z.) in der Tongrube Straußfurt
  • Familienbestattung aus dem 4 Jahrhunder mit reichlichen Beigaben wie bronzene Gewandspangen, Glasperlenschmuck, Armreife.

Diese kurze Aufzählung ist ohne die Erwähnung des Ortes Nebra unvollständig. Die „Himmelsscheibe von Nebra“ zeugt von dem frühen,

großen Wissen um die Natur und Wissenschaft in diesem Sielungsgebiet.

 

Das Klima, die Flora und Fauna

Klimatisch gehört Straußfurt zum  Bereich der nördlichen, außertropischen Westwindzone, was ein wintermildes und sommerwarmes Klima

mitsich bringt. Straußfurt verfügt über ganzjährig höhere Lufttemperaturen als sonst in Thüringen, aber auch über geringere durchschnittliche

Jahresniederschläge, unter 500mm. Im Bereich von Unstrut, Öde und Schambach ist das Klima am mildesten und auf den Keuperhöhen

eher etwas mittelmäßig. Mit Frösten ist meist oft erst ab Ende Oktober zu rechnen. Die Vegitationsperiode umfaßt etwa 225 Tagen und im

restlichen Thüringer Becken nur 220 Tage. Straußfurt ist seit 1911 der Ort mit dem geringsten Niederschlag im Jahr deutschlandweit.

Im gesamten Jahr 1911 fielen in Straußfurt insgesamt 242ml/m² Regen.

Straußfurt liegt eingebettet zwischen der teilweise noch vorhanden alten Flußniederung der Unstrut in südlicher Richtung und den

nord-westlich verlaufenden Höhenzug des „Hölzchen“ und des Kirchberges mit seinen Streuobstwiesen..

Das „Hölzchen“ mit seinem Bestand an Ahorn, Esche, Steileiche und anderen Laubbäumen bietet Vogelarten wie dem Pirol, Kleiber, Hänfling,

Kuckuck, Stielitz oder Rot.- und Schwarzmilanen den notwendigen Lebensraum.

Eingebettet in das „Hölzchen“ liegt ein Trockenrasengebiet mit einem extrem flachgründigen Kalk- Kies- Verwitterungsboden der nährstoffarm ist.

Dieses Trockenrasengebiet ist der ideale Standort für das unter Naturschutz stehende sehr seltene „Adonisröschen“, dessen gelbe Blühten alljährlich

viele Menschen erfreuen

Ortsbezeichnungen wie „großes“ und „kleines Tanzplätzchen“ verweisen auf die Nutzung als Begräbnis.- u. Kultstätte in der Vergangenheit hin.

Die Straußfurter Flur hat besitzt viele Feuchtbiotope.Die größten und wichtigsten umfaft die Uferregionen des Stausees mit seinen angrenzenden

Schilfgürteln und Auenlandschaften. Hier befindet sich das Brut.- und Lebensgebiet einer vielzahl von Wasservögeln. Dort kann man Graureiher,

Schwäne und Haubentaucher genauso beobacheten wie Kormorane oder Stock.- u. Tafelenten. Fischadler und der Große Brachvogel treten

vereinzelt auf. Ein grandioses Schauspiel ist das jährliche Rasten der Zugvögel auf ihren Weg in die Sommer.- und Winterquartiere.

Ein weiteres wichtiges Feuchtbiotop stellt der von der Unstrut abgetrennte Altarm mit seinen alten Kopfweiden.

Hier befindet sich der ideale Lebensraum für Kamm.-, Teich.- und Bergmolche, sowie Knoblauchkröten und Laubfrösche. Im Gewässer tummeln

sich Karpfen, Hechte und Rotfedern.

Die Kopfweiden bieten den idealen Brut.- und Nistplatz für Eulen, Stein.- und Sperlingskäuzchen.